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Mathias Brodkorb

Mathias Brodkorb (* 20. März 1977 in Rostock) ist ein deutscher Politiker (SPD) und seit 1. November 2016 Finanzminister Mecklenburg-Vorpommerns. Er war von Oktober 2011 bis Oktober 2016 Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes und vom 20. September 2016 bis November 2016 Vorsitzender der SPD-Fraktion im dortigen Landtag, dem er seit 2002 angehört. Bekannt wurde er mit Aktivitäten in der Hochschulpolitik und der Bekämpfung des Rechtsextremismus mit dem von ihm initiierten Projekt Endstation Rechts.

Brodkorbs Familie reiste 1987 aus der DDR in die Heimat des Vaters nach Korneuburg/Österreich aus. 1992 kehrte er in seine Geburtsstadt Rostock zurück. Dort legte er 1996 das Abitur ab und studierte nach dem anschließenden Zivildienst ab 1997 an der Universität Rostock Philosophie und Altgriechisch, unter anderem bei Wolfgang Bernard und Markus Schmitz. Brodkorb schloss 2005 mit dem Magister der Philosophie ab.

Von 1994 bis 1997 war Brodkorb Mitglied der Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) und engagierte sich dort in der Kommunistischen Plattform. Die Beschäftigung mit dem Marxismus führte ihn zur Philosophie. Im Laufe des Studiums distanzierte sich Brodkorb zunehmend vom Kommunismus. 1997 wechselte er zur SPD, wurde dort 1998 für zwei Jahre Landesvorsitzender der Jusos und gehörte dem SPD-Landesvorstand von 1999 bis 2009 an. Bei der Landtagswahl im September 2002 wurde er über die SPD-Landesliste in den Landtag gewählt und gehört ihm seit Oktober 2002 an. Nach einem weiteren Einzug in den Landtag über die Landesliste nach der Landtagswahl 2006 wurde er im September 2011 als Abgeordneter des Wahlkreises 6 Rostock III direkt in den Landtag gewählt. Von Oktober 2008 bis Oktober 2011 war Brodkorb stellvertretender Vorsitzender der Landtagsfraktion. Am 25. Oktober 2011 wurde er vom Ministerpräsidenten Erwin Sellering zum Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur ernannt und gehörte dem Kabinett Sellering II an. Er schied am 4. Oktober 2016 aus seinem Ministeramt aus, als der 7. Landtag sich konstituierte. Brodkorb war bereits am 20. September 2016 zum Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion gewählt worden, nachdem sein Vorgänger Norbert Nieszery zur Landtagswahl im September 2016 nicht mehr angetreten war, bei der Brodkorb sein Direktmandat verteidigt hatte. Er wechselte auf den Wunsch des Ministerpräsidenten, als dessen Vertrauter er gilt. Zum Ende der Koalitionsverhandlungen Mitte Oktober wurde Brodkorb überraschend als neuer Finanzminister vorgestellt sports water bottle sets, der – wie in den Medien schon lange gemutmaßt worden war – die ausscheidende Ministerin Heike Polzin ersetzt. Er wurde mit dem neuen Kabinett Sellering III am 1. November 2016 vereidigt.

Im Jahr 2003 zählte ihn die Zeitschrift Neon zu den 100 wichtigsten jungen Deutschen. Begründet wurde dies mit seinem politischen, vor allem aber wissenschaftlichen Engagement gegen Rechtsextremismus. Neben seiner Landtagstätigkeit hatte Brodkorb Lehraufträge an der Universität Rostock im Fach Philosophie.

Bekannt wurde Brodkorb unter anderem, als er bei einem Jugendfestival im Seebad Prora auf der Insel Rügen im Jahr 2003 in einem Workshop zu aufklärerischen Zwecken aus Hitlers Mein Kampf las und mit Jugendlichen darüber diskutierte. Brodkorb begründete die Diskussion press art lemon squeezer, er wollte mit dieser Aktion auf den historischen Hintergrund des Veranstaltungsortes hinweisen. Prora wurde im Dritten Reich als KdF-Bad geplant und teilweise fertiggestellt. Kritiker, wie der Historiker Stefan Wolter belt water bottle holder, machen jedoch darauf aufmerksam, dass Prora nach dem Krieg zum Teil demontiert und anschließend zur stalinistischen Großkaserne wieder aufgemauert wurde. In Zusammenhang mit der historischen Bewertung der Proraer Monumentalbauten wird Brodkorb Einseitigkeit vorgeworfen. Ein 2010 seitens der Landesregierung in Aussicht gestelltes Bildungszentrum zur “doppelten Geschichte” am Standort der Proraer Bausoldaten kam unter ihm bislang nicht zustande. Jugendfestivals fanden in Prora zwischen 2003 und 2010 statt. Brodkorb forderte 2003 auch die Veröffentlichung einer historisch-kritischen Gesamtausgabe des Hauptwerkes von Adolf Hitler, da nach Ablaufen des Urheberrechtsschutzes in wenigen Jahren damit zu rechnen sei, dass rechtsextremistische Verlage mit dem Nachdruck erhebliche Umsätze generieren könnten.

Eine öffentliche Debatte entspann sich außerdem darüber, dass Brodkorb auf seiner Internetseite damals noch als Philosophiestudent die Thesen des australischen Philosophen Peter Singer über Tierschutz und Vegetarismus diskutierte, sich von dessen umstrittenen Schlussfolgerungen jedoch stets distanzierte. Brodkorb plädierte in diesem Zusammenhang für eine Ausweitung des Tierschutzes. Ein wissenschaftliches Gutachten des damaligen Rektors der Universität Rostock, Philosophieprofessor Hans-Jürgen Wendel, bestätigte, dass die gegen Brodkorb erhobenen Vorwürfe haltlos waren.

Im Jahr 2004 veröffentlichte der Jungpolitiker sein Diskussionspapier Die Zukunft der Hochschullandschaft von Mecklenburg-Vorpommern bis zum Jahre 2020 mit Vorschlägen zu Hochschulveränderungen in Mecklenburg-Vorpommern unter dem Druck des demografischen Wandels in Ostdeutschland. Er plädierte unter anderem für die Einführung „nachgelagerter Studiengebühren“ für besserverdienende Hochschulabsolventen und bezifferte den strukturellen Konsolidierungsbedarf auf 48–69 Mio. Euro. Das Papier löste in Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche Diskussionen aus. Einige Monate nach Erscheinen des Papiers stellte der damalige Bildungsminister Metelmann auf einer Fachkonferenz die Rückbaubedarfe vor, die sich auf etwa 18 % der Gesamtausgaben beliefen.

Wenige Wochen nach der Warnemünder Konferenz legten die Universitätsrektoren Westermann (Greifswald) und Wendel (Rostock) ein Rückbaukonzept vor, nach dem sich Rostock von der Juristenbildung und Greifswald von der Lehrerausbildung trennen wollte. Nur Tage später änderte der Rostocker Rektor seine Meinung. Parallel dazu lehnte der Rostocker Senat die Sparvorschläge ab. Die Landespolitik hielt am ursprünglichen Vorschlag fest. Hieraus entwickelte sich ein Konflikt mit der Universität Rostock, mit der im Jahr 2006 als einziger Hochschule des Landes keine einvernehmlichen Zielvereinbarungen ausgehandelt werden konnten. Der Landtag beschloss daher eine Zielvorgabe, die auch die Einstellung der Juristenausbildung am Standort Rostock vorsah. Dies führte zu heftigen Protesten seitens der Studierendenschaft der Universität Rostock. Im Jahr 2006 wurde Prof. Strothotte zum neuen Rektor der Universität Rostock gewählt und schließlich doch eine Einigung mit dem Land erzielt. Die Universität Rostock stellt demnach das Staatsexamen im Bereich Jura selbst ein. Eine im Jahr 2006 gebildete Volksinitiative „Pro Jura“, deren Forderungen mit der Unterstützung von knapp 20.000 Bürgern in den Landtag eingebracht wurden upholstery shaver, konnte sich weder in der Universität noch gegenüber dem Land durchsetzen.

Unter Brodkorbs Amtsführung wurden in Mecklenburg-Vorpommern als erstem Bundesland seit Inkrafttreten der Bologna-Reform wieder Diplom-Studiengänge angeboten. In einem Monitor-Interview bezeichnete er die Bologna-Reform als Fehler.

Brodkorb gehört zu den Mitbegründern, Redakteuren und Herausgebern des seit dem Jahr 2002 erscheinenden politischen Magazins horizonte. Er ist Mitbegründer und Redakteur der Internetseite endstation-rechts.de, die über die Aktivitäten der NPD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern aufklärt.

Zur Diskussion um die verschiedenen Parteiausschlussverfahren gegen Thilo Sarrazin meinte Brodkorb 2011, die Verfahrenseinstellung lasse nur zwei Schlussfolgerungen zu: Entweder dulde die SPD nun doch ab sofort eugenische, sozialdarwinistische und grundgesetzwidrige Positionen. Oder die gegen Sarrazin erhobenen Vorwürfe seien ehrverletzend, überzogen und von Anfang an rein taktisch motiviert gewesen. Brodkorb unterstellt ein programmatisches Defizit auf der Linken. Man wisse im Sinne der „political correctness“ zwar, wogegen man sei, habe aber keine eigene Orientierung. Damit laufe man Gefahr, substanzielle Gesellschaftspolitik durch die billige Jagd nach einem „metaphysischen Nazi“ zu ersetzen.

Seinen wissenschaftlichen Schwerpunkt setzt Brodkorb bei der Erforschung rechtsextremistischer Ideologien. Im Jahr 2003 veröffentlichte er in diesem Zusammenhang mit dem Buch Metamorphosen von Rechts eine Einführung in Ideologie und Strategie des modernen Rechtsextremismus der NPD. Zuletzt war er Lehrbeauftragter im Fach Philosophie an der Universität Rostock.

Ministerpräsidentin: Schwesig (Stellvertreter: Caffier)

Landesminister: Hesse (Bildung) | Pegel (Energie) | Brodkorb (Finanzen) | Caffier (Inneres) | Hoffmeister (Justiz) | Backhaus (Landwirtschaft) | Drese (Soziales) | Glawe (Wirtschaft)

Baden-Württemberg: Edith Sitzmann | Bayern: Markus Söder | Berlin: Matthias Kollatz-Ahnen | Brandenburg: Christian Görke | Bremen: Karoline Linnert | Hamburg: Peter Tschentscher | Hessen: Thomas Schäfer | Mecklenburg-Vorpommern: Mathias Brodkorb | Niedersachsen: Reinhold Hilbers | Nordrhein-Westfalen: Lutz Lienenkämper | Rheinland-Pfalz: Doris Ahnen | Saarland: Stephan Toscani | Sachsen: Georg Unland | Sachsen-Anhalt: André Schröder | Schleswig-Holstein: Monika Heinold | Thüringen: Heike Taubert

Deutsche Demokratische Republik: Hans-Gotthilf Strasser | Max Suhrbier

Deutschland ab 1990: Bärbel Kleedehn | Sigrid Keler | Heike Polzin | Mathias Brodkorb

Harald Ringstorff (1990–1994) | Gottfried Timm (1994–1996) | Harald Ringstorff (1996–1998) | Volker Schlotmann (1998–2008) | Norbert Nieszery (2008–2016) | Mathias Brodkorb (2016) | Thomas Krüger (seit 2016)

Minister für Volksbildung 1945–52: Gottfried Grünberg | Hans-Joachim Laabs

Kultus- bzw. Bildungsminister seit 1990: Oswald Wutzke | Steffie Schnoor | Regine Marquardt | Peter Kauffold | Hans-Robert Metelmann | Henry Tesch | Mathias Brodkorb | Birgit Hesse